Diagnostik und Therapie

Wie erfolgt die Diagnostik einer CMD?

Wir führen bei jedem Patienten bei Anamnese und der darauffolgenden Routine Kontrolle ein Screening durch, um eine Funktionsstörung aufzudecken. Dieses Screening ist kostenlos. Falls auffällige Befunde vorliegen und/oder Patienten zu uns kommen, die mehrere der oben genannten Beschwerden haben, empfehlen wir eine detaillierte Untersuchung, die Funktionsdiagnostik.

 
Während des ca. einstündigen Termins befragen wir sie zunächst detailliert zu ihren Beschwerden. Hilfreich sind dabei immer Ort, Zeit, Intensität und Entstehung der Schmerzen sowie Ihre Hauptprobleme und Erwartungen an die Therapie Im zweiten Teil folgt die Analyse des Kauorgans sowie die manuelle Untersuchung aller Kau- und Nackenmuskeln. Dabei wird die Muskulatur nach Druckpunkten und Muskelverhärtungen (Triggerpunkten) gezielt abgetastet. Im dritten Teil werden die funktionellen Zusammenhänge des Kausystems mit der Halswirbelsäule, der Brust- und Lendenwirbelsäule sowie dem Funktionsstatus des Beckens analysiert. Dabei werden das Bewegungsausmaß und eventuell auftretende Schmerzen manuell untersucht, ähnlich wie beim Physiotherapeuten oder Osteopathen. Diese manualmedizinischen Tests sind sehr wichtig und können über Erfolg und Misserfolg einer Funktionstherapie entscheiden. Daher bitten wir unsere Patienten, in Sportkleidung zum Termin zu erscheinen. Zusammenfassend werden die erhobenen Befunde ganzheitlich besprochen und ein individueller Therapieplan erstellt.

Funktionstherapie

In der Regel erfolgt die Therapie zunächst mittels der "Craniomandibulären Orthopädischen Positionierungsapparatur COPA“, einer speziellen Aufbissschiene. Diese unterscheidet sich in Aufbau und funktion vollständig von einer einfachen Aufbissschiene. Sie sind aus transparentem, CAD/CAM gefrästen, hochbeständigen Kunststoff angefertigt und werden je nach Beschwerdebild entweder nur nachts oder den ganzen Tag (außer zum Essen) getragen. Die COPA-Schiene bringt den Unterkiefer in eine neue Position und sorgt dafür, dass die Kiefergelenke in einer entspannten Position stehen. Im nächsten Schritt werden Schienenanteile auf die Zähne fest aufgeklebt. Bei dauerhafter Beschwerdefreiheit wird zusammen mit dem Patienten entschieden, wie eine permanente Neupositionierung des Unterkiefers erfolgen kann.


Um eine solche spezielle Schiene herzustellen benötigt es oftmals eine Vorbehandlung bestehender Funktionsstörungen z.B. im Becken oder der verspannten Nackenmuskulatur. Dabei arbeiten wir mit verschiedenen lokalen Physiotherapeuten und Osteopathen zusammen und tauschen auf Wunsch die Informationen untereinander aus, um die bestmögliche Ausgangslage für die Therapie zu erzielen. Nach der Vorbehandlung und deren Überprüfung ein Zentrikregistrat erstellt und Ober- sowie Unterkiefer abgeformt. Anschließend werden die Gipsmodelle im Kausimulator (Artikulator) zueinander zugeordnet. Meistens ist dort die fehlerhafte Bisslage eindeutig zu erkennen und für den Patienten leicht zu erklären. Die jetzt angefertigte COPA Schiene trägt der Patient im Unterkiefer. Damit fällt sie kaum auf und das Sprechen ist nicht beeinträchtigt.
Die Mitarbeit des Patienten ist bei der Therapie von entscheidender Bedeutung. Es existiert ein großer Einfluss von Kopf- und Körperhaltung sowie Körperstatik auf das Auftreten und den Verlauf einer CMD. Sport ist dabei sehr wichtig, um mögliche negative Einflussfaktoren zu minimieren. Manualmedizinische Studien der Universität Frankfurt zeigten, dass sportlich aktive Menschen eine deutlich höhere Kompensationsfähigkeit gegenüber Funktionsstörungen im Kausystem haben als Menschen, die sich nicht sportlich betätigen. Von uns empfohlene Sportarten zur Kräftigung der Halte- und Stützmuskulatur sind:
  • Schwimmen
  • Nordic Walking
  • Kraft- und Kraftausdauertraining der Rücken- und Nackenmuskulatur
  • Balanceübungen
  • Gründliches Dehnen nach der sportlichen Aktivität Gerne beraten wir Sie im Rahmen der Therapie.
Ja. Funktionsdiagnostische und funktionstherapeutische Leistungen nur teilweise im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten. Je nach Beschwerdebild variiert die Art und Weise der Funktionsbehandlung. Wir klären Sie gerne über alle Therapiealternativen und die zu erwartenden Kosten auf.