Behandlung - Wie läuft eine kieferorthopädische Behandlung ab?

Zahnfehlstellungen können in jedem Lebensalter behandelt werden!

Der ideale Zeitpunkt des Beginns einer kieferorthopädischen Behandlung ist je nach Zahnfehlstellung und Entwicklungsstand des Kindes das 9. bis 10. Lebensjahr. Bei bestimmten Fehlstellungen, z. Bsp. lutschoffenem Biss oder Kreuzbiss kann man auch früher beginnen. Bei vorzeitigem Verlust der Milchzähne muss ebenfalls sofort behandelt werden, um Lückeneinengungen und Kippung von bleibenden Zähnen zu vermeiden.

 

Aktive Behandlungsphase:
  • herausnehmbare Apparaturen ( Spangen )
  • festsitzende Apparaturen ( Multiband )
  • Schienen

 

Passive Behandlungsphase ( Stabilisierungsphase ):
  • Retentionsplatten ( Nachtschienen )
Kieferorthopädische Behandlungsmittel
Zahnspange

Bei Kindern sind fast alle Fehlstellungen mit herausnehmbaren Spangen zu behandeln. Spangen sind individuell gefertigte Kunststoffplatten. Die Farbe und ein Bildmotiv für diese Spange können sich die Kinder selbst aussuchen. Eingearbeitete Dehnschrauben oder Federn und ein vor den Frontzähnen verlaufender Drahtbogen gestatten es, vorstehende Zähne zurückzuführen oder nicht in der Reihe stehende Zähne in den Zahnbogen einzuordnen.

 

Indikationen:
  • Dehnung des Ober- und/oder Unterkiefers
  • Bisslagenkorrektur

 

Beispiele:
  • Funktions-Regler, Dehnplatten

 

Tragedauer:
  • so oft wie möglich ( empfohlen: 16 Stunden am Tag )
  • zumindest nach der Schule und nachts

Auch bei Erwachsenen sind mitunter Dehnplatten erforderlich als Vorbereitung für eine Multibandbehandlung.

 

Multiband ( Brackets )

Bei älteren Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen und insbesondere bei schwierigen Fällen, wenn z.B. Zähne gedreht sind, sind feste Zahnspangen das Mittel der Wahl. Fest heißt, dass die kieferorthopädische Apparatur fest im Mund des Patienten angebracht ist. Vorteil dieser Methode ist, dass die nötigen Kräfte zur Zahnbewegung kontinuierlich 24 Stunden am Tag wirken können. Die Dauer der Behandlung kann dadurch verkürzt werden und der Patient kann das Tragen nicht vergessen.

Eine ausgezeichnete Mundpflege und eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle sind Pflicht bei dieser Methode! Anstelle von Metall-Brackets können auch weniger auffällige Kunststoff-Brackets ausgewählt werden.

 

Schienen

Einen Tragekomfort bieten unsichtbare Zahnspangen aus glasklarem Kunststoff. Diese bleiben dauernd im Mund, außer zum Essen und zum Zähneputzen. Zu deren Herstellung werden viele Umformungsschritte der Zähne simuliert und in der Schiene umgesetzt.

 

Passive Behandlungsphase

Dieser Teil der kieferorthopädischen Behandlung wird auch Retentions- oder Stabilisierungsphase genannt. Die Behandlungsmittel sind Retentionsplatten, Schienen oder unsichtbar an der Zahn-Innenseite befestigte sog. Retainer aus Metall. Denn nach der kieferorthopädischen Behandlung sind die Zähne im Kieferknochen noch relativ labil und die Zähne würden sich zunächst wieder in die alte, ungünstige Position zurück bewegen.

 

Dauer der kieferorthopädischen Behandlung

Die Behandlung bei Kindern dauert drei bis vier Jahre, bei Erwachsenen ca. zwei Jahre, ist hier aber meistens nur mit festsitzenden Apparaturen möglich. Kleine Korrekturen sind auch schneller zu beheben. Ganz wichtig für den Behandlungserfolg ist eine ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen dem Arzt und dem Patienten. Alle drei bis acht Wochen sind Kontrolluntersuchungen notwendig.